Ein Dach wird meist erst dann inspiziert, wenn es bereits durchfeuchtet ist. Das liegt weniger an Nachlässigkeit als an der Zugangshürde: Ein Hubsteiger muss disponiert werden, ein Gerüst kostet vier- bis fünfstellig, ein Industriekletterer ist wochenlang ausgebucht. Also wartet man – bis Wasser im Obergeschoss steht.
Die Drohne senkt diese Hürde drastisch. Eine Dachinspektion, für die früher ein halber Arbeitstag und drei Beteiligte nötig waren, dauert heute oft weniger als eine Stunde. Der eigentliche Gewinn ist deshalb nicht die einzelne Inspektion, sondern die Möglichkeit, regelmäßig zu prüfen.
Hier können Sie unseren Bericht von der Dach- und Fassadeninspektion eines Mehrfamilienhauses in Oranienburg lesen.


Der Kern der Inspektion sind hochauflösende Aufnahmen, bei denen sich mit bis zu 100 Megapixeln so weit hineinzoomen lässt, dass Details erkennbar werden, die man vor Ort selbst beim Begehen übersehen würde.
Typische Befunde:
Mit einer Wärmebildkamera kommt eine zweite Informationsebene hinzu. Sie zeigt keine Schäden, sondern Temperaturunterschiede – und die verraten oft, wo etwas nicht stimmt, lange bevor es sichtbar wird:
Besonders bei Flachdächern ist das wertvoll. Dort wandert eingedrungenes Wasser oft weit unter der Abdichtung, bevor es im Innenraum auftaucht. Die Feuchtestelle im Raum liegt dann meterweit vom eigentlichen Leck entfernt. Ein Thermogramm zeigt die tatsächliche Ausdehnung des durchfeuchteten Bereichs.
Wichtig bei Thermografie: Sie funktioniert nur unter passenden Bedingungen. Es braucht einen ausreichenden Temperaturunterschied, keine direkte Sonneneinstrahlung kurz zuvor, keinen Regen und wenig Wind. Für Flachdächer sind die Stunden nach Sonnenuntergang typischerweise das beste Fenster. Ein Anbieter, der Thermografie zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter anbietet, sollte Sie stutzig machen.


Ergänzend lassen sich mit RTK-gestützten Flügen präzise Grundlagen erzeugen:

| Drohne | Hubsteiger | Gerüst | Industriekletterer | |
| Vorbereitung | gering | Disposition, ggf. Halteverbot | Aufbau/Abbau, Genehmigung | Terminvorlauf |
| Dauer vor Ort | meist unter 1 Stunde | halber Tag | Tage bis Wochen | mehrere Stunden |
| Kosten | niedrig | mittel bis hoch | hoch | mittel bis hoch |
| Personenrisiko | keines | Arbeit in der Höhe | Arbeit in der Höhe | Arbeit in der Höhe |
| Erreichbarkeit | fast uneingeschränkt | begrenzt durch Aufstellfläche | begrenzt | hoch |
| Thermografie möglich | ja | eingeschränkt | eingeschränkt | eingeschränkt |
| Ergebnis | archivierbare Bilddaten | Sichtbefund | Sichtbefund | Sichtbefund |
Damit keine falschen Erwartungen entstehen – die Drohne kann nicht alles:
Kein Ersatz für eine handnahe Prüfung. Ob ein Ziegel wirklich lose ist oder ob eine Naht tatsächlich undicht, lässt sich per Bild nicht abschließend feststellen. Die Drohneninspektion identifiziert Verdachtsstellen sehr zuverlässig – bewertet werden müssen sie im Zweifel vor Ort.
Kein Ersatz für ein Sachverständigengutachten. Wir liefern die Bilddaten und markieren Auffälligkeiten. Die fachliche Bewertung, die Ursachenzuordnung und die Sanierungsempfehlung gehören in die Hand eines Dachdeckermeisters, Bausachverständigen oder Ingenieurs. Sehr häufig arbeiten wir genau in dieser Konstellation – im Auftrag oder in Begleitung eines Sachverständigen.
Keine Innenansicht. Was unter der Abdichtung oder hinter der Verkleidung liegt, zeigt die Thermografie nur indirekt. Für die genaue Feststellung sind Bauteilöffnungen oder Feuchtemessungen nötig.
Nicht bei jedem Wetter. Starker Wind, Regen und Nebel schließen einen Einsatz aus. Bei Thermografie sind die Anforderungen noch enger.
Wir sagen das bewusst deutlich. Ein Anbieter, der behauptet, mit der Drohne jede Frage beantworten zu können, verkauft Ihnen eine Erwartung, die er nicht hält.
Dauer vor Ort: bei einem Einfamilienhaus meist 30 bis 45 Minuten, bei einem größeren Gewerbeobjekt ein bis drei Stunden.


Hausverwaltungen und Wohnungsbauunternehmen: Bei einem größeren Bestand ist eine turnusmäßige Dachprüfung per Drohne meist günstiger als ein einziger unentdeckter Wasserschaden. Zudem entsteht eine Bilddokumentation, die gegenüber Eigentümern und Beiräten belastbar ist.
Gewerbe- und Industrieobjekte: Große Flachdachflächen mit vielen Durchdringungen sind schadensanfällig und vom Boden aus gar nicht zu beurteilen.
Bausachverständige und Gutachter: Als Bildgrundlage für Gutachten, insbesondere bei schwer zugänglichen Bereichen.
Immobilienkäufer und -verkäufer: Eine Dachprüfung vor Kaufabschluss klärt eine der teuersten Unbekannten am Objekt.
Versicherungen: Zur Schadenaufnahme nach Sturm oder Hagel, insbesondere wenn viele Objekte kurzfristig zu begutachten sind.

Ein eigener Anwendungsfall mit Zeitdruck: Nach Unwettern müssen Schäden schnell erfasst werden, für die Meldung an die Versicherung und für die Entscheidung, ob eine Notsicherung nötig ist.
Die Drohne ist hier im Vorteil, weil sie sofort einsetzbar ist, während Dachdecker nach Unwetterlagen regelmäßig auf Wochen ausgebucht sind. Die Aufnahmen mit Zeitstempel und Geokoordinaten sind zudem für die Schadenmeldung deutlich belastbarer als Handyfotos vom Boden.
Ein Hinweis zur Sicherheit: Nach schweren Stürmen kann ein Dach statisch beeinträchtigt sein. Genau dann ist die Drohne die richtige Wahl: Niemand muss eine möglicherweise instabile Fläche betreten.

Die Drohneninspektion ersetzt nicht das Fachurteil, aber sie verändert grundlegend, wie oft und wie früh geprüft werden kann. Der wirtschaftliche Nutzen liegt weniger in der einzelnen Inspektion als in der Vorverlagerung: Ein erkannter Riss kostet ein paar hundert Euro. Ein durchgefeuchteter Dachaufbau kostet ein Vielfaches.
Wenn Sie ein Objekt in Berlin oder Brandenburg prüfen lassen möchten, klären wir vorab, welche Aufnahmeart für Ihre Fragestellung die richtige ist und ob Thermografie in Ihrem Fall überhaupt sinnvolle Ergebnisse liefern kann.
Jetzt unverbindlich beraten lassen oder direkt anrufen: 030 – 235 92 57 70
Alle Leistungen für die Baubranche im Überblick.
Und hier finden Sie unseren Bericht von einer Dach- und Fassadeninspektion eines Mehrfamilienhauses in Oranienburg.
Wolfram von Dobschütz ist Gründer und Inhaber von Capital Drones Berlin. Er fliegt seit 2015 Drohnen, seit 2021 professionell, und hat über 5.000 Flüge und mehr als 1.000 Flugstunden absolviert. Seine Schwerpunkte sind Thermografie, Bau- und Immobiliendokumentation sowie FPV-Aufnahmen in Berlin und Brandenburg. → Zum vollständigen Expertenprofil